Fach-Event "Erst Corona-, dann Burnout-Welle?"
Corona-Burnout: erkennen, vorbeugen und behandeln

Unser Fach-Event "Erst Corona-, dann Burnout-Welle?"

Corona-Burnout: erkennen, vorbeugen und behandeln


Kostenfreies, digitales Fach-Event der Dr. Becker Klinikgruppe für Psycholog:innen & Psychotherapeut:innen 


Das circa zweistündige digitale Live-Event fand am 22. März 2022 statt. Rund 500 Psychotherapeut:innen haben unser Angebot wahrgenommen. Es gab viel positives Feedback. Für die Veranstaltung erhielten die Teilnehmer:innen 2 Fortbildungspunkte.



Unser Thema


Zum Jahresbeginn wurde erstmalig das Burnout-Syndrom in den ICD-Katalog aufgenommen. Im Bewusstsein der Betroffenen und deren Behandler:innen ist die stressbedingte, seelische und körperliche Erschöpfung schon länger. Gleichzeitig tauchen nun neue Begriffe wie das „Corona-Burnout“ auf, das Ursache und Folge zusammen benennt. Etwas passender müssten wir wohl von „Pandemie-Burnout“ sprechen. Schließlich treffen wir in der psychotherapeutischen Praxis nicht nur auf Patient:innen, die somatisch erkrankt waren. Auch ohne durchlebte Infektion mit COVID-19 bringt die Pandemie auf vielen Ebenen Menschen an ihre Grenzen.


depressive Stimmung



Welche aktuellen Forschungsergebnisse zeigen sich hinsichtlich pandemiebedingter Belastungen? Wie können Risikofaktoren eines Burnouts erkannt und Resilienzen gestärkt werden? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?


Drei Fachvorträge ermöglichten Einblicke in die aktuelle Forschung sowie Praxis. Im Anschluss gab es eine Austauschmöglichkeit mit den Referent:innen in einem virtuellem Raum. 




Die Vorträge dieses Programmes




„Psychische Belastung im Rahmen der COVID-19-Pandemie“


Antonia Bendau

Psychologin, Charité -

Universitätsmedizin Berlin und HMU Potsdam


Antonia Bendau


Antonia Bendau (Psychologin) gab einen kurzen Überblick über Burnout, Ängste und andere psychische Belastungssymptome im Verlauf der COVID-19-Pandemie. Sie bezog sich hierbei auf Daten einer eigenen Längsschnitterhebung in Deutschland und komplettierte diese mit Befunden internationaler systematischer Übersichtsarbeiten. Sie erläuterte zudem potenzielle protektive Faktoren und Risikoparameter hinsichtlich pandemiebedingter Belastung. In diesem Zusammenhang ging sie auch auf die Arbeit im medizinischen Kontext ein und diskutierte vorbestehende psychische Erkrankungen als potenziellen Vulnerabilitätsfaktor.





„Die COVID-19-Pandemie als Treiber: Neues zur Burnoutprävention im Gesundheitswesen“


Dr. med. Tobias Duncker

Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Leitender Arzt Fachkrankenhaus für Psychosomatische Medizin an der Dr. Becker Burg-Klinik Dermbach


Dr. med. Tobias Duncker


Video zum Vortrag


Verfügbar exklusiv für registrierte Interessent:innen



Die COVID-19 Pandemie hat die Gesundheitssysteme und die Arbeitenden immer wieder bis an die Grenzen der kollektiven und individuellen Belastbarkeit geführt. Die naheliegende Folge: Die ohnehin schon hohe Basisprävalenz des Burnout-Syndroms unter Beschäftigten im Gesundheitswesen nimmt weiter zu, was wiederum vermehrte Ausfälle und einer weiter steigenden Belastung der verbliebenen Arbeitnehmer:innen zur Folge hat. Dieser Herausforderung stellen sich inzwischen weltweit eine Vielzahl von Versorgungs- und Forschungseinrichtungen und versuchen, den Einfluss risikoträchtiger wie protektiver Faktoren sowohl auf individueller wie auf institutioneller Ebene zu ermitteln und daraus verbesserte Strategien zur Resilienzförderung in der Arbeitsumgebung abzuleiten. Der Vortrag stellte die auf diesem Feld zuletzt erzielten Ergebnisse im Überblick und evidenzgewichtet vor, hob vielversprechende neue Ansätze besonders hervor, Rückwirkungen auf das Burnout-Paradigma wurden insgesamt diskutiert.






„Vorstellung digitaler Interventionen zur Behandlung des Burnout-Syndroms am Beispiel von HelloBetter“


Dr. Alena Rentsch

Psychologische Psychotherapeutin


Dr. Alena Rentsch


Video zum Vortrag


Verfügbar exklusiv für registrierte Interessent:innen



Die Prävalenz des Burnout-Syndroms ist bemerkenswert hoch und wurde zuletzt durch die Corona-Pandemie noch einmal verstärkt. Immer mehr Berufstätige werden aufgrund eines Burnouts krankgeschrieben. Dabei hat das Burnout-Syndrom weitreichende medizinischen und ökonomischen Konsequenzen. Halten Symptome wie Erschöpfung, gedrückte Stimmung, Schlaflosigkeit oder verminderte Leistungsfähigkeit über einen längeren Zeitraum an, brauchen Betroffene professionelle Unterstützung. Doch was verbirgt sich hinter diesem Beschwerdebild? Und wodurch unterscheidet sich das Burnout-Syndrom von normaler Erschöpfung, einer Depression oder anderen häufig komorbid auftretenden psychischen Erkrankungen?

Der Fach-Vortrag gab einen Überblick über den Umgang mit dem Burnout-Syndrom in der medizinischen und psychotherapeutischen Praxis. Differentialdiagnostische Kriterien, epidemiologische und pathogenetische Faktoren sowie verschiedene Behandlungsmöglichkeiten wurden vorgestellt und mit den Teilnehmenden kritisch diskutiert.