Haupt- und Nebendiagnosen in der Psychokardiologie

Medizinisches und therapeutisches Angebot: Psychokardiologie


Unsere psychokardiologische Klinik und ihre Behandlungsangebote nach ICD-10 Schlüsseln 


Dr. Becker Klinik Möhnesee




Die primäre Indikation für die Behandlung in der Abteilung für Psychokardiologie ist eine psychische Störung (z.B. Angststörung, Depressive Episode, Posttraumatische Belastungsstörung, Anpassungsstörung etc.), die ganz oder überwiegend aufgrund der komorbiden kardialen Erkrankung (Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, schwer einstellbare arterielle Hypertonie etc.) ausgelöst wurde und beide einer rehabilitativen fachärztlichen Diagnostik und Behandlung bedürfen.



  • Hauptdiagnosen

    Psychische Indikationen

    Affektive Störungen mit Bezug zur Herzerkrankung

    • Depressive Episoden mit Bezug zur Herzerkrankung

    • Rezidivierende depressive Störungen mit Bezug zur Herzerkrankung

    • Dysthymia mit Bezug zur Herzerkrankung

       

    Angststörungen mit Bezug zur Herzerkrankung

    • z. B. Agoraphobie mit und ohne Panikstörung mit Bezug zur Herzerkrankung


    Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen mit Bezug zur Herzerkrankung

     

    Kardiologische Indikationen

    • Chronisches Koronarsyndrom mit und ohne PCI und Stentimplantationen

    • Zustand nach Herzinfarkt mit und ohne PTCA

    • Zustand nach chirurgischen Eingriffen an Herzkranzgefäßen

    • Nicht akute Herzklappenerkrankungen

    • Zustand nach chirurgischen Eingriffen an Herzklappen

    • Zustand nach entzündlichen Herzerkrankungen (Klappen, Muskel)

    • Kardiomyopathien mit und ohne chronische Herzinsuffizienz einschließlich Stresskardiomyopathie (Broken-Heart-Syndrome, Tako-Tsubo)

    • Herzinsuffizienz unterschiedlicher Genese

    • Chronische Herzrythmusstörungen auch mit Z.n. Defibrillator- (ICD) und/oder Schrittmacherimplantation und Resynchronisationstherapie (CRTD)

    • Hypertonie und Folgeschäden

    • Zentrale und periphere Durchblutungsstörungen

    • Erkrankungen des Lungenkreislaufes

    • Zustand nach Herztransplantation

  • Nebendiagnosen

    Stoffwechselstörungen

    • Diabetes mellitus (E 10, E11)

    • Art. Hypertonie (l10)

    • Fettstoffwechselstörungen (E78 ff)

    • Adipositas bis etwa 140 kg Körpergewicht (E65 - E68)

  • Therapiebausteine
    • Krankengymnastik

    • Sport- und Bewegungstherapie

    • Physikalische Therapie

    • Ergotherapie

    • Dialyse in Kooperation

    • Medikamentöse Einstellung

    • Entspannungstraining

    • Atemtherapie

    • Tiefenpsychologische und verhaltenstherapeutische Einzel- und Gruppentherapie

    • Ernährungsberatung

    • Psychologische Beratung

    • Sozial- u. Berufsberatung

    • Achtsamkeitsgruppen

    • Faszientraining

    • Pulsgesteuertes Ergometertraining

    • Schmerzgruppe

    • Yoga

    • Naturheilverfahren, Naturheilkunde

    • Patientenschulungen (z. B. Herzinsuffizienz, Stressbewältigung)

    • Therapie zur Tabakentwöhnung

  • Ansprechpersonen für Ihre Fragen

    Sie haben noch eine fachliche (medizinisch-therapeutische) Frage an die Dr. Becker Klinik Möhnesee? Dann wenden Sie sich gerne an die Kontaktstelle der Klinik. Sie haben eine organisatorische Frage (Aufnahme, Wartezeiten etc.) ? Dann wenden Sie sich gerne an die hier angegebene Stelle der Klinik. 





Zusätzlich bietet die Dr. Becker Klinik Möhnesee in der psychokardiologischen Abteilung verschiedene indikations- und bedarfsorientierte Angebote an:



  • Rauchen (Vollständige Aufgabe des Rauchens)

    Wir geben die eindeutige ärztliche Empfehlung, das Rauchen vollständig einzustellen! Empfohlen wird ebenso die Einbeziehung des Partners oder der Familie. Die Vereinbarung eines Termins für den Rauchverzicht ist Therapiebestandteil, wir bieten bei Bedarf Raucherentwöhnungsprogramme an und verweisen auf entsprechende Literatur (Patientenbücher) und Nikotinersatz. Die Aufgabe des Rauchens ist die wichtigste Einzelmaßnahme bei Patienten mit Gefäßerkrankungen!

  • Ernährung (fettarme antiatherogene Kost)

    Wir bieten ballaststoffreiche (>20 g/Tag) fettarme Kost mit nur geringem Anteil an gesättigten Fetten (<10 % der Kalorien) und Cholesterin (<300 mg/Tag). Der Verzehr von Fleisch und tierischen Fetten soll eingeschränkt werden. Die Kost ist reich an Vollkornprodukten, frischen Gemüsen und Früchten mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren (Seefisch, Walnüsse), wie sie z. B. in der mediterranen oder asiatischen Kost enthalten sind.
    Moderater Alkoholkonsum (ca. 15 g/Tag) hat keine ungünstige Wirkung auf das kardiovaskuläre und das Gesamtrisiko. Bei höherem Alkoholkonsum (>30 g/Tag) nimmt das Gesamtrisiko zu. Bei Frauen liegen die Gesamtwerte niedriger.

  • Übergewicht (Erreichen des Normalgewichts)

    Die Reduktion des Fettanteils an der Tageskalorienmenge ist das Ziel. In der Ernährungsberatung und der Gesundheitsinformation ist die Identifikation der Ursachen des Übergewichtes wesentlicher Bestandteil: Alkohol, versteckte Fette in Wurst, Käse und Fertiggerichten, Schokolade, Kuchen, übermäßiger Obstverzehr. Zusätzlich zu diätetischen Maßnahmen ist in aller Regel eine angemessene körperliche Aktivität (s.u.) notwendig. Dies ist besonders wichtig bei Patienten mit Hochdruck, Diabetes mellitus und erhöhten Triglyzeriden.

  • Hyperlipidämie

    Erreichen des Normalgewichtes ist wünschenswert, ebenso regelmäßige körperliche Aktivität, besonders bei einem HDL-Cholesterin <35 mg/dl. Wenn das LDL-Ziel trotz Diät nicht erreicht wird (selten), sollte eine medikamentöse Therapie primär mit Statinen eingeleitet werden.

  • Bewegungsmangel

    Zwei bis drei Bewegungseinheiten pro Tag werden während der Rehabilitation angeboten: Für die Zeit zu Hause werden empfohlen: 30-45 Minuten intensive Bewegung mittlerer Belastungsintensität 4-5 Mal wöchentlich (Gehen, Joggen, Radfahren oder eine andere Ausdauerbelastung) unterstützt durch eine aktivere Lebensweise: Spazierengehen in Arbeitspausen, Treppensteigen statt Aufzug, Gartenarbeit. Ärztlich überwachte Programme für Mittel- bis Hochrisiko-Patienten (Koronargruppe, Übungsgruppe). Ziel ist es, dem Patienten die Freude an der Bewegung zu vermitteln, sodass er die oben genannten Bewegungseinheiten dauerhaft in seinen Wochenplan integriert. Die Herzfrequenz sollte bei körperlicher Aktivität stets im ausgetesteten, ischämiefreien und beschwerdefreien Bereich liegen. Jedes Mehr an körperlicher Belastung über die Alltagsaktivität hinaus bringt bis zu einer gewissen Grenze einen günstigen Effekt. Angemessenes Krafttraining ist ebenfalls ein wichtiger Baustein.

  • Erhöhter Blutdruck

    Erläutert werden allgemeine Therapiemaßnahmen: Gewichtskontrolle (ein kg Gewichtsreduktion führt zu etwa zwei mmHg Blutdruck-Senkung) sowie regelmäßige Ausdaueraktivität, Versuch der Alkoholkarenz über 6 Wochen, dauerhafte Limitierung des Alkoholkonsums auf <30 g Alkohol/Tag (Frauen <20 g/Tag), Empfehlung der Salzrestriktion, weiterhin Optimierung der blutdrucksenkenden Medikation, individualisiert nach Alter und weiteren Erkrankungen.