Ist eine Reha das Richtige für mich?
Was genau ist eine Reha eigentlich? Inwieweit unterscheidet sie sich von einer Kur? Für wen eignet sich eine Reha? Und wie läuft sie ab? Diese und weitere Fragen möchten wir Ihnen auf dieser Seite beantworten.

Der Weg in die Reha

Wie komme ich in eine Rehaklinik?


Im deutschen Gesundheitssystem gibt es verschiedene Arten der Reha: die sogenannte Anschlussheilbehandlung (AHB) und das Heilverfahren (HV).



Anschlussheilbehandlung – was ist das?


Die Anschlussheilbehandlung (AHB) erfolgt ausschließlich im direkten Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt bzw. spätestens zwei Wochen nach der Entlassung. Sie setzt einen dringenden kurzfristigen Start in die Reha voraus, etwa nach einem medizinischen Notfall (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall) oder bestimmten Operationen (z. B. Hüft- oder Knie-TEP) und verfolgt das Ziel, durch das vorangegangene medizinische Ereignis beeinträchtigte oder verloren gegangene körperliche Funktionen und Fähigkeiten wiederherzustellen. Im Einzelfall entscheidet immer der/die Arzt/Ärztin im Krankenhaus, ob eine AHB gemacht werden soll.


Heilverfahren – was ist das?


Das Heilverfahren (HV) kann immer dann erfolgen, wenn Ihr Gesundheitszustand eine Reha medizinisch erfordert – also auch losgelöst von einem medizinischen Notfall oder einer Operation. Das gilt z. B. für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose, chronischen Rückenschmerzen oder einer Herzschwäche sowie für Menschen mit psychischer Erkrankung, z. B. Burn-out, Depressionen oder Angststörungen. Je nach Erkrankung kann das HV das Ziel verfolgen, eine Verbesserung des Gesundheitszustandes zu erreichen, ein Fortschreiten des Krankheitsprozesses aufzuhalten oder bereits eingetretene Funktionsstörungen weitestgehend zu reduzieren. Der Impuls, eine Reha als Heilverfahren zu machen, kann von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin kommen; Sie können dies aber auch selbst als Behandlungsform anregen und sich von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin dazu beraten lassen.



Ambulante oder stationäre Reha – was passt zu mir?


Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, eine Reha ambulant oder stationär durchzuführen. Eine ambulante Reha findet in Wohnortnähe statt. Vor und nach den Therapien sind Sie zu Hause in Ihrem gewohnten Umfeld und verpflegen sich dort selbst. Bei einer stationären Reha sind Sie während der gesamten Dauer der Maßnahme in einer Klinik untergebracht – Verpflegung inklusive.


Eine ambulante Reha wird meist verordnet, wenn ein passendes Angebot in Wohnortnähe vorhanden ist und Sie mobil genug sind, die tägliche Anfahrt und Selbstversorgung zu bewältigen. Gründe dafür, warum Ihr Arzt/Ihre Ärztin Ihnen eine ambulante Reha empfiehlt, können beispielsweise häusliche oder familiäre Verpflichtungen sein, ebenso die Möglichkeit, das in der Reha Erlernte direkt in Ihrem Alltag anwenden zu können. Als Patient/in durchlaufen Sie, von Unterbringung und Verpflegung abgesehen, in einer ambulanten Reha das gleiche therapeutische Programm wie in einer stationären.


Eine stationäre Reha wird meist verordnet, wenn eine ambulante Rehabilitation nicht möglich oder zielführend ist. Gründe hierfür können eine fehlende Mobilität des/r Patienten/in, fehlende Angebote in Wohnortnähe oder die individuelle Erkrankung sein. Außerdem wird eine stationäre Reha empfohlen, wenn der/die Patienten/in stark von einem Abstand zu den individuell belastenden Faktoren des Umfeldes profitieren würde.



Sonderfall Neurologische Frührehabilitation


Unter Neurologischer Frührehabilitation (Frühreha) versteht man die frühzeitig einsetzende rehabilitationsmedizinische Behandlung, vor allem von Patienten/innen mit schweren Hirnschädigungen wie nach einem Schlaganfall. Die Frühreha findet in der Regel schon während einer stationären Krankenhausbehandlung statt und kann bei fortbestehendem individuellen Bedarf in einer Rehaklinik fortgesetzt werden. Hier sollen dann frühestmöglich Fähigkeiten erhalten oder wiederaufgebaut werden, z. B. Sprechen, Essen und Bewegen. Die Frühreha unterstützt die Betroffenen dabei, wieder eine größtmögliche physische sowie psychische Unabhängigkeit zu erreichen und sie weitestmöglich zurück in ihr Alltagsleben zu begleiten.


Die Frühreha schließt sich zwar unmittelbar an einen Krankenhausaufenthalt an, zählt jedoch nicht zur klassischen Anschlussheilbehandlung. Denn während die Patienten/innen bei der AHB selbsthilfefähig sind, sind sie bei der Frühreha von pflegerischer Hilfe abhängig und kaum zu kooperativer Mitarbeit fähig.



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