Reha bei Persönlichkeitsstörung
Meine Geschichte
»Ich fand eigentlich, dass ich immer gut klar gekommen bin und keine besonderen Schwierigkeiten hatte. Als mich meine Freundin verließ und ich auf mein Leben zurückschaute, fiel mir aber auf, wie häufig meine Beziehungen gescheitert sind und, dass der Trennungsgrund eigentlich immer wieder der gleiche war. So richtig treu konnte ich nicht bleiben; umgekehrt wollte ich jedoch oftmals Familie "erzwingen". Häufig hat mein Freund mich darauf hingewiesen, dass es nicht in Ordnung sei, wie ich mich gegenüber meinen Freundinnen verhalten habe. Ich selbst empfand das damals nicht so. Momentan denke ich ein wenig anders darüber.
Auch mein Kollege im Büro hat mir gesagt, dass er manches bei mir nicht verstehen könne und "ätzend" fände. Das hat mich schon zum Nachdenken gebracht. Da möchte ich doch manches verändern oder mich besser verstehen können. Wie das so richtig gehen soll, weiß ich aber nicht.«
Eberhard M., 53 Jahre (Patient der Dr. Becker Klinikgruppe
Symptome Persönlichkeitsstörung
Als Persönlichkeitsstörungen bezeichnet man seelische Erkrankungen, bei denen bestimmte Verhaltensmuster und Charaktermerkmale übermäßig stark oder schwach ausgeprägt sind. Häufig leiden die Betroffenen unter den Auswirkungen Ihrer Krankheit. Oft bestehen neben der Persönlichkeitsstörung zusätzlich auch andere seelische Erkrankungen.
Es gibt viele verschiedene Formen von Persönlichkeitsstörungen. Im Folgenden werden einige dieser Formen beschrieben. Die Beschreibungen geben jedoch nur einen sehr kurzen Einblick in die wichtigsten Merkmale der jeweiligen Persönlichkeitsstörung:
Bei der paranoiden Persönlichkeitsstörung steht ein sehr starkes Misstrauen im Vordergrund der Erkrankung.
Menschen mit einer schizoiden Persönlichkeitsstörung leben zurückgezogen als Einzelgänger und können weder positive noch negative Gefühle intensiv erleben.
Die dissoziale Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch ein sehr geringes Verantwortungsbewusstsein und aggressives Verhalten.
Typisch für emotional instabile Persönlichkeitsstörungen sind starke Stimmungsschwankungen und heftige Gefühlsausbrüche. Häufig verletzen sich die Betroffenen auch selbst.
Die histrionische Persönlichkeitsstörung ist geprägt durch Übertreibung und Dramatisierung. Das Verhalten der Betroffenen wird von anderen meist als manipulierend und provozierend erlebt. Oft fällt es den Betroffenen schwer, eine länger anhaltende Beziehung einzugehen.
Zwanghafte Persönlichkeiten sind häufig sehr perfektionistisch und kontrollieren ihre Handlungen übermäßig. Meist fällt es den Betroffenen schwer, wichtige und unwichtige Handlungen oder Dinge voneinander zu unterscheiden.
Menschen mit einer ängstlichen Persönlichkeitsstörung sind übermäßig besorgt und in Gesellschaft anderer Menschen eher zurückhaltend. Sie sind häufig der Auffassung, für andere in allen Bereichen ungenügend zu sein. Die Betroffenen können oft mit Kritik schlecht umgehen.
Das Hauptmerkmal der abhängigen Persönlichkeitsstörung ist, dass die Betroffenen Entscheidungen gern anderen überlassen. Der Grund dafür ist eine abwertende Meinung zur eigenen Person. Die Betroffenen haben Angst, auf Ablehnung zu stoßen oder verlassen zu werden. Sie stellen Wünsche und Vorstellungen von anderen Menschen über die eigenen.