Zur Übersicht

19.10.2026 08:46 Uhr

Psychosomatische Reha abgelehnt – Was jetzt?

 

Ihr Antrag auf psychosomatische Rehabilitation wurde abgelehnt? Dagegen können Sie Widerspruch einlegen. Beachten Sie die Rechtsbehelfsbelehrung: In der Regel beträgt die Frist einen Monat nach Zugang des Bescheids.


Wichtig: Auch ohne abgeschlossene Diagnostik oder ambulante Vorbehandlung kann eine psychosomatische Reha bewilligt werden.

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) sieht ausdrücklich Ausnahmen vor. Entscheidend ist, ob sich der individuelle Rehabilitationsbedarf medizinisch nachvollziehbar begründen lässt. Insbesondere wenn eine Minderung Ihrer Erwerbsfähigkeit droht, kann eine unmittelbare Rehabilitation auch ohne vorherige ambulante Behandlung sinnvoll und möglich sein.


So begründen Sie Ihren Widerspruch:

Gehen Sie gezielt auf den Ablehnungsgrund ein. Bitten Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre psychotherapeutische Praxis um einen ergänzenden Befundbericht. Daraus sollte möglichst hervorgehen

  • welche psychischen Beschwerden oder Erkrankungen liegen vorliegen und wie diese Ihren Alltag beeinträchtigen

  • welche beruflichen Tätigkeiten eingeschränkt sind und inwiefern Ihre Erwerbsfähigkeit gefährdet ist

  • welche ambulanten Behandlungen oder diagnostischen Untersuchungen bereits stattgefunden haben

  • falls diese fehlen, eine Begründung, warum sie bisher nicht erfolgen konnten

  • warum eine zeitnahe, multimodale psychosomatische Rehabilitation erforderlich ist, um eine Verschlechterung Ihres Gesundheitszustands oder eine Minderung Ihrer Erwerbsfähigkeit zu verhindern

  • warum Sie für eine psychosomatische Rehabilitation einschließlich der psychotherapeutischen und gruppentherapeutischen Angebote geeignet sind und

  • weshalb ein Behandlungserfolg zu erwarten ist


Keine ambulante Vorbehandlung? Das ist nicht automatisch ein Ablehnungsgrund.

Auch wenn Sie noch keinen Therapieplatz gefunden haben oder die Diagnostik nicht abgeschlossen ist, kann eine Rehabilitation im begründeten Einzelfall bewilligt werden. Entscheidend sind Ihre gesundheitliche Situation, Ihre Rehabilitationsfähigkeit, die Erfolgsaussichten der Maßnahme und die Gefährdung Ihrer Erwerbsfähigkeit.

Wenn Sie vergeblich nach einem Therapieplatz gesucht haben, dokumentieren Sie Ihre Bemühungen und Wartezeiten zusätzlich.

Eine fehlende Vorbehandlung schließt eine Rehabilitation also nicht grundsätzlich aus. Wichtig ist eine nachvollziehbare medizinische Begründung, warum eine Rehabilitation bereits jetzt erforderlich ist. Über die Bewilligung wird weiterhin im Einzelfall entschieden.

 

Weitere Infos zum Thema Rehaantrag finden Sie auch hier:

https://dbkg.de/reha-antrag/antrag-als-heilverfahren/ruckmeldung-des-kostentragers

Infoflyer zum Thema Widerspruch

    Zur Übersicht