Digitalisierung im Versorgungsprozess

Wir gestalten die Rehabilitation des 21. Jahrhunderts

Digitalisierung im Versorgungsprozess
 
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    Rede von Dr. Petra Becker zur Digitalisierung in der Rehabilitation
    1. Warum Digitalisierung?
    Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern dient den Mitarbeitern/innen und Patienten/innen. Um alle am Digitalisierungsprozess Beteiligten mitzunehmen, ist es wichtig, die Strategie und die Ziele transparent zu machen.
    • Die Dr. Becker Klinikgruppe möchte mit ihrer Digitalisierungsstrategie erreichen, dass

      • jede/r Rehabilitand/in mehr wertvolle Zeit mit dem Reha-Team hat und sich voll und ganz auf die Reha-Ziele konzentrieren kann.

      • alle Rehabilitanden/innen das gute Gefühl haben, im Reha-Team gekannt zu sein.

      • unsere Rehabilitanden/innen die Sicherheit spüren, dass unsere Abläufe verlässlich und reibungslos sind.

      • jede/r Rehabilitand/in Vertrauen in unsere Arbeit hat, weil das, was wir tun, jederzeit transparent und nachvollziehbar ist.

      • jede/r Rehabilitand/in auch in der therapiefreien Zeit an den Reha-Zielen arbeiten und damit in eigener Geschwindigkeit Selbstwirksamkeit aufbauen kann.

      • jeder im Reha-Team mehr therapeutische Freiräume und Zeit für sinnstiftende Arbeit hat, weil Routineprozesse automatisch ablaufen.

      • die Mitarbeiter/innen mehr Nähe und eine verbesserte Patientenbeziehung aufbauen können, da sie stets durch ein umfassendes und aktuelles Bild über den Verlauf der Patienten/innen unterstützt werden.

      • alle im interdisziplinären Team das Gefühl haben, für die Patienten/innen da zu sein, da die notwendige Dokumentation und Administration auf das wirklich Nützliche beschränkt ist.

      • unsere Mitarbeiter/innen gut und konfliktfrei zusammenarbeiten, weil in sämtlichen Arbeitsbereichen absolute Transparenz und Klarheit besteht.
    2. Dr. Becker Digitalisierungsstrategie
    Für eine erfolgreiche Rehabilitation identifiziert die MeeR-Studie der DRV (2014) Kommunikation und Partizipation als entscheidende Faktoren. Erstens Kommunikation im interdisziplinären Team, die es jedem Behandler ermöglicht, ein vollständiges Bild vom Patienten zu erhalten und sein maximales Expertenwissen einzubringen. Und zweitens die Partizipation des Rehabilitanden, also die Einbindung des Patienten in seine Rehabilitation, dass er sie mit beeinflussen kann, sie individuell für ihn maßgeschneidert ist und die Behandlung ihn mitnimmt, anstatt ihn zu steuern. Je besser diese beiden Dinge in einer Klinik funktionieren, desto größer ist der Rehaerfolg.

    In der Dr. Becker Klinikgruppe liegt der Fokus der Digitalisierungsstrategie demnach erstens auf der Elektronischen Patientenakte (EPA), um die Kommunikation im Behandlerteam zu optimieren. Zweitens investiert die Gruppe in die Weiterentwicklung von
    "Mein Bereich", einer Webapplikation, die es erlaubt, mit den Patienten/innen in den Dialog zu kommen – und zwar vor, während und nach der Reha.
    2.1 Elektronische Patientenakte
    Elektronische Patientenakte
    Die elektronische Patientenakte (EPA) setzt bei der Kommunikation im Behandlerteam an. Ziel ist es, Informationen über den Patienten an alle im Behandlerteam in Echtzeit zu liefern. Alle Informationen aus Therapien, Beratungen und liegen elektronisch vor. Alle Ergebnisse der Visite, Änderungen im Rehaprozess stehen allen Behandlern in Echtzeit zur Verfügung.

    Das ist Interdisziplinarität in einer neuen Qualität, da die wichtigen Informationen kontinuierlich aktuell zur Verfügung stehen. Reiner Informationsaustausch in der Teamsitzung entfällt, die Zeit kann für Diskussion, Austausch und Entscheidungen besser genutzt werden.
    2.2 Mein Bereich
    Um die Partizipation des Rehabilitanden am Rehaprozess zu verbessern, hat Dr. Becker „Mein Bereich“ entwickelt. Es handelt sich dabei um eine Kommunikationsplattform, mit der verschiedene Phasen der Reha – vor, während und nach – abgebildet werden können.
    • Die Webapplikation wurde von Dr. Becker entwickelt und programmiert und ist überall dort nutzbar, wo ein Internetzugang ist. Sie erlaubt dem Leistungserbringer, mit den Patienten in den Dialog zu kommen – und zwar vor, während und nach der Reha. Denn seine Zeit in der Klinik ist sehr kurz, gemessen an der Mammutaufgabe, Lebensstil- und Verhaltensänderungen bei ihm bewirken zu wollen.

      Jeder Patient erhält zusammen mit dem Einladungsschreiben seine Zugangsdaten für „Mein Bereich“. Ab da hat er die Möglichkeit mit der Klinik in den Dialog zu treten, also noch vor Antritt seiner Reha. Er kann sich in seinem Rehaplaner auf den kommenden Rehaaufenthalt vorbereiten und bekommt nützliche Hinweise wie bspw. eine Packliste. Außerdem kann sich der Patient inhaltlich vorbereiten und sich über mit Schulungen zu Rehazielen damit auseinandersetzen, was er während der Rehabilitation erreichen will. Er kommt quasi vor der Reha bereits in der Reha an. Das nimmt ein vorherrschendes Gefühl bei Rehabilitanden nach dem Bewilligungsbescheid – Unsicherheit. Nach der Reha bleiben Klinik und Patient über „Mein Bereich“ in Kontakt und stellen den Übergang zur Nachsorge sicher.

      Ein wesentlicher Bestandteil von Mein Bereich ist der Dr. Becker Web-Check-In, der Patienten in allen Dr. Becker Kliniken zur Verfügung steht. Hier haben sie die Möglichkeit, bereits vor ihrer Reha wichtige Fragebögen auszufüllen. So können sich die Behandlungsteams schon im Vorfeld ein Bild von den Patienten machen und die Reha optimal für sie planen.
    Mein Bereich
    3. Superpower für die Therapeuten
    Vector Gait & Safety System® und Flipped Classroom
    Vector Gait & Safety System® und Flipped Classroom
    Auf der Ebene der Patientenversorgung zeigt die Digitalisierung bereits seit Jahren ihr volles Potenzial – und ständig kommen neue Möglichkeiten, die Behandlungen zu optimieren hinzu. Gangroboter wie das Vector Gait & Safety System ® helfen im Dr. Becker Neurozentrum Niedersachsen schwerst betroffenen neurologischen Patienten, die bis dahin als austherapiert galten. Virtual Reality Brillen leisten Erstaunliches in der Behandlung von Angstpatienten/innen. eSchulungen, die den Rehabilitanden/innen orts- und zeitunabhängig relevantes Wissen zur Verfügung stellen wie unser „Flipped Classroom“, entlasten Therapiepläne und geben Behandlern/innen und Patienten/innen neue Möglichkeiten, gemeinsame Zeit anders zu gestalten.

    All diese technischen Hilfsmittel als eine Art Superpower machen es Behandlern/innen und Patienten/innen einfacher, gute und nachhaltige Rehaerfolge zu erzielen.
    4. Datenschutz
    Eine der größten Sorgen bezüglich der Digitalisierung im Gesundheitswesen ist der Datenschutz – verständlich bei den sensiblen Daten, mit denen wir es zu tun haben. Bei Dr. Becker ist Datensicherheit Chefsache und steht klar im Fokus bei allen Projekten. Unser Rechenzentrum befindet sich in Deutschland und ist nach ISO 27001:2013 zertifiziert. Alle Server entsprechen geprüften höchsten Sicherheitsanforderungen. Bei unseren Online-Services in „Mein Bereich“ werden Daten ausschließlich verschlüsselt übertragen. Innerhalb unserer Online-Services erfolgt keine Verknüpfung von Angaben aus Fragebögen mit persönlichen Patientendaten.