Behandlungsbeispiel: Psychose

Unsere Patientengeschichte mit Behandlungsplan

Behandlungsbeispiel: Psychose
 
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    Meine Geschichte
    Behandlungsbeispiel: Psychose
    »Das war schon toll. Ich habe mich ziemlich gut gefühlt. Ich lief durch die Stadt, brauchte gar nicht zu schlafen, konnte alles tun, was ich wollte. So gut war ich lange nicht mehr drauf. Ich trank einiges; rauchte, was man mir anbot. Ich hatte das Gefühl, dass alle mich mögen.

    Als es wirklich alle waren, wurde es mir zuviel. Ich zog mich zurück und verkroch mich. Ich konnte gar nicht verstehen, was andere von mir wollten. In dieser Zeit bin ich nicht mehr zur Schule gegangen und habe auch meine alten Freunde vernachlässigt. Zu Hause habe ich kaum geschlafen.

    Irgendwann bin ich aufgegriffen worden und in einer Klinik für Psychiatrie gelandet. Zuerst war es ganz schrecklich für mich. Mit der Zeit veränderte sich das aber. Die Leute waren nett; irgendwie habe ich mich auch verändert. Ich bin zwar nicht mehr der Alte, doch meine Freundin hat mich wieder so angenommen, wie ich bin. Allerdings gibt es da Schwierigkeiten. Sie möchte mehr, als ich im Moment kann. Außerdem beengt sie mich. Ich glaube, sie versteht meine Erkrankung nicht vollständig. Mein Studium musste ich abbrechen. Das Arbeitsamt hat mir gesagt, ich sollte mal schauen, was ich so noch leisten könne. Da versuchen möchte, meine Probleme etwas in den Griff zu bekommen, habe ich mich für eine stationäre Reha entschieden.«
    Markus H., 28 Jahre (Patient der Dr. Becker Klinikgruppe)
    Symptome Psychose
    Psychosen sind seelische Erkrankungen, bei denen die Betroffenen vorübergehend oder über einen längeren Zeitraum hinweg den Bezug zur Realität verlieren. Etwa jeder Zehnte ist einmal in seinem Leben von einer Psychose betroffen. Meist beginnt die Erkrankung zwischen dem 20. und dem 30. Lebensjahr.

    Es gibt zwei verschiedene Arten von Psychosen. Zum einen gibt es Psychosen, die durch eine Erkrankung des Gehirns entstehen, zum Beispiel durch eine Verletzung oder eine Entzündung. Auch Medikamente oder eine Störung im Zusammenspiel bestimmter Botenstoffe können zu einer Psychose führen. Man nennt diese Form der Psychose auch „organische Psychose“. Zum anderen gibt es Psychosen, die nicht durch eine körperliche Erkrankung verursacht werden. Sie treten im Rahmen anderer seelischer Störungen auf. Man spricht dann auch von einer „nicht-organischen Psychose“. Die Ursachen dafür sind noch nicht vollständig geklärt. Man weiß aber, dass solche Psychosen häufiger auftreten, wenn Familienmitglieder auch schon erkrankt sind.

    Eine Psychose kann sich durch verschiedene Krankheitszeichen äußern. Häufig bestehen Wahnvorstellungen und Sinnestäuschungen. Als Wahnvorstellungen bezeichnet man eine falsche Einschätzung der Wirklichkeit, von der die Betroffenen nicht abzubringen sind. Sinnestäuschungen lassen Betroffene zum Beispiel Stimmen hören oder Dinge sehen, fühlen, riechen und schmecken, die in Wirklichkeit nicht da sind. Auch Veränderungen des Denkens, der Orientierung und eine gestörte Wahrnehmung der eigenen Person können auftreten. Betroffene denken dann zum Beispiel, dass andere ihre Gedanken hören oder diese beeinflussen können.
    Behandlungsprogramm
    Die meisten Patienten mit Psychosen behandeln wir mit Medikamenten und Psychotherapie.

    Einzelne Elemente der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen können sein:

    • Psychoedukative Psychosegruppe

    • Einzel-Psychotherapie (tiefenpsychologisch / verhaltenstherapeutisch)

    • Gedächtnistraining Psychose (Gruppe / Computer)

    • Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson

    • Achtsamkeitsgruppe

    • Atemgymnastik

    • Gestaltungstherapie (Kleingruppe für Psychosepatienten)

    • Physiotherapie / Bewegungstherapie

    • Nordic Walking

    • Orientierende Sozialberatung

    Behandlungsplan
    Behandlungsplan Psychose
    Einen Musterbehandlungsplan finden Sie hier.
    Wirksamkeit Therapie
    Wenn die Ursache für die Psychose bekannt ist, dann kann diese häufig behandelt und auch behoben werden. Ein Drittel der Betroffenen ist nach einer einmaligen Psychose beschwerdefrei. Circa ein weiteres Drittel hat immer mal wieder eine Erkrankungsphase, ist aber dazwischen gesund. Das letzte Drittel leidet dauerhaft unter der Erkrankung.

    Wir überprüfen regelmäßig, wie wirksam die Behandlung für unsere Patienten ist. Dafür werden in der indikationsspezifischen Arbeitsgruppe für die Psychosebehandlung je nach Arbeitsschwerpunkt wissenschaftliche diagnosenspezifische Fragebögen zur Verlaufskontrolle eingesetzt:

    • Symptom-Checkliste (SCL-90R)

    • Eppendorfer-Schizophrenie-Inventar (ESI)

    • Frankfurter Befindlichkeitsskala (FBS)

    • Global Assessment Scale of Functioning (GAF)

    Anhand der Symptom-Checkliste können wir beispielsweise sehen, dass sich die Werte in Bezug auf „Zwanghaftigkeit“ der Psychose-Patienten von 64 auf 60 verbessern (der Normalbereich bei gesunden Probanden liegt zwischen 40 und 60). In Bezug auf „Unsicherheit“ verbessert sich der Wert unserer Patienten von 63 auf 60; bei „Ängstlichkeit“ von 61 auf 57.

    70 Prozent unserer Patienten geben auch noch ein Jahr nach ihrem Reha-Aufenthalt an, dass sich ihr Gesundheitszustand im Vergleich zu der Zeit vor ihrer Reha verbessert hat.
    Nachsorge Psychose
    Weiterbehandelnde Ärzte oder Psychotherapeuten erhalten einen umfassenden Bericht über die erfolgten und empfohlenen Maßnahmen. Unsere Patienten schließen sich auch oft zu Gruppen außerhalb der Klinik zusammen und pflegen untereinander einen regelmäßigen und hilfreichen Austausch. Adressen von Selbsthilfegruppen vermitteln wir gerne. Bitte nehmen Sie Kontakt zu uns auf: behandlung@drbeckermail.de.
    Kontakt Kliniken
    Ein Behandlungsangebot bei Psychosen bieten wir in den folgenden Dr. Becker Kliniken an:
    Dr. Becker Brunnen-Klinik
    Bundesland: NRW
    bei Paderborn, Bielefeld, Gütersloh
    Dr. Becker Burg-Klinik
    Bundesland: Thüringen
    bei Fulda, Bad Hersfeld, Erfurt
    Dr. Becker Klinik Juliana
    Bundesland: NRW
    in Wuppertal
    Dr. Becker Klinik Möhnesee
    Bundesland: NRW
    bei Soest, Werl, Iserlohn
    Dr. Becker Klinik Norddeich
    Bundesland: Niedersachsen
    an der Nordsee nahe Norderney, Juist
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