• Was unterscheidet die Reha von einer Kur?

    Was unterscheidet eigentlich eine Reha von einer Kur und die Rehaklinik von einer Kurklinik? Hier finden Sie die Antwort!

     
    Unterschiede zwischen Reha und Kur
    Das Wort Rehabilitation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet: Wiederherstellung, Wiedereinsetzen, Wiederbefähigen. Im medizinischen Sinne bedeutet es, dass der ursprüngliche Gesundheitszustand mit der vollen Leistungsfähigkeit des Patienten wieder hergestellt werden soll – für das persönliche und gesellschaftliche wie auch das berufliche Leben. Dies gilt für körperliche und geistige Defizite, die z.B. durch einen Unfall oder Krankheit oder einen falschen Lebensstil aufgetreten sind.
    Der Bedarf für eine solche gesundheitliche Versorgung entstand vor zirka 100 Jahren nach dem Ersten Weltkrieg: Es galt, die verletzten Soldaten wieder in die Lage zu versetzen, am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben teilzuhaben. Parallel dazu existierte schon damals der Begriff „Kur“ (ebenfalls lat.: cura = Sorge, Fürsorge). Schon seit dem Mittelalter waren Kurorte mit Heilenden Quellen bekannt, die vor allem von wohlhabenden Bürger/innen zur Erholung aufgesucht wurden.
     
    • Diese Begriffsgeschichte prägt bis heute beide Termini. Während Kuren beim gesunden Menschen ansetzen und dazu dienen, eine geschwächte Gesundheit wieder zu stärken (also eher in Richtung Erholung, Prävention und Wellness gehen), hilft eine Rehabilitation bereits erkrankten Menschen, wieder gesund zu werden und wieder am Arbeitsleben und dem Leben in der Gesellschaft teilzuhaben. Dabei kommen ganz unterschiedliche Maßnahmen zum Einsatz. Kurkliniken setzen vor allem auf vorbeugende Maßnahmen wie zum Beispiel Massagen, Bäder, Moorpackungen, Solebäder oder auch Spaziergänge im Kurpark. Eine Rehabilitation hingegen dient der Wiederherstellung der körperlichen Gesundheit, die zum Beispiel durch eine schwere Krankheit, einen Unfall oder den falschen Lebensstil beeinträchtigt wurde. Dafür arbeiten in den Rehakliniken interdisziplinäre Teams mit hochwirksamen therapeutischen Verfahren der Logo, Ergo-, Physio- und Psychotherapie.
      Um beide Leistungen stärker voneinander abzugrenzen, wird der Begriff "Kur" seit der Gesundheitsreform im Jahr 2000 nicht mehr in der Sozialgesetzgebung verwendet – das heißt, er steht nicht mehr in den entsprechenden Sozialgesetzbüchern, so wie dies vorher der Fall war. Stattdessen spricht man hier von medizinischen Vorsorge- oder Rehabilitationsleistungen.

      Obwohl „Kur“ der Bedeutung und Bandbreite der Rehabilitation nicht gerecht wird, kommt es im allgemeinen Sprachgebrauch bis heute zu einer Vermischung beider Begrifflichkeiten. Der Rehabilitation schadet das in mehrerer Hinsicht. Es sind in erster Linie die Patienten, die mit einer falschen Vorstellung ihre Reha antreten. Sie erwarten ein Erholungsprogramm, und müssen erst davon überzeugt werden, dass zur Erreichung der Rehaziele ihre aktive Mitarbeit notwendig ist. Ein gutes Beispiel hierfür sind Massagen. Sie werden häufig von den Patienten eingefordert und man erntet Entrüstung, wenn sie nicht regelmäßig für die Dauer der Reha verschrieben werden. Nun sind Massagen eine gänzlich passive Anwendung, die den Patienten nicht fordert. Nur in den seltenen Fällen macht es Sinn, einem Rehapatienten eine Massage zu verordnen, etwa um sein Körpergefühl zu verbessern. Die weitaus effizientere Methode sind in der Regel Sportübungen, um Muskelverspannungen oder Haltungsschäden des Patienten auch nachhaltig vorzubeugen. Einem Patienten, der ein „Kurprogramm“ erwartet, ist das schwer vermittelbar.

      Diese Vorurteile, nämlich dass es sich bei der Rehabilitation um eine „Fango-Tango-Veranstaltung“ handele, halten sich bis heute selbst in Fachkreise hinein. In Konsequenz setzen sich nicht alle Mediziner und Ärzte mit den Möglichkeiten der Rehabilitation im ambulanten und stationären Bereich auseinander – oft zum Leidwesen der Patienten, die so um ihre Heilungschancen durch die Rehabilitationsmedizin gebracht werden.
      Das ist auch der Grund, warum es sich zum Teil schwierig gestalten kann, die Arztstellen auf den Reha-Stationen zu besetzen. Mediziner, die einen gewissen Ehrgeiz empfinden und ihren Beruf vielleicht aus idealistischen Gründen ergriffen haben, wollen kein „Kurarzt“ werden, der besser Betuchten Spaziergänge im Park verordnet. Wie wenig das mit der Realität einer Rehaklinik zu tun hat, wissen leider immer noch zu wenige.


      Aufklärung tut also in vielerlei Hinsicht Not. Lesen Sie im Folgenden „Die fünf größten Rehairrtümer“.
    Die 5 größten Rehairrtümer
    Vorurteil 1: Reha ist eine „Tango-Fango“ Veranstaltung
    Vorurteil 1: Reha ist eine „Tango-Fango“ Veranstaltung
    Erleben Sie mal den Alltag in einer unserer Kliniken! Reha hat längst nichts mehr mit den einstigen Kuren und ihren Tango-Fango-Veranstaltungen zu tun. Moderne, medizinisch-technische Apparaturen und Diagnostik werden in Reha-Kliniken ebenso eingesetzt wie in Akuthäusern. Behandlungsangebote orientieren sich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, internationalen Therapiestandards und Leitlinien. Rehakliniken behandeln darüber hinaus auch schwerstbetroffene, intensivpflichtige Patienten.
    Vorurteil 2: Reha ist Medizin zweiter Klasse
     
    Im Gegenteil ist die Rehabilitationsmedizin eine tragende Säule des Gesundheitssystems in Deutschland. Ohne Reha geht es nicht – gesellschaftlich, menschlich und medizinisch.
    Gesellschaftlich ist Rehabilitationsmedizin angesichts der demografischen Entwicklung unverzichtbar. Es wird immer mehr ältere Arbeitnehmer /innen und geriatrische Patient/innen geben. Die Reha kann ihren Beitrag dazu leisten, dass Menschen länger im Arbeitsleben verbleiben, mehr und länger Beiträge zahlen und mit einer guten Lebensqualität altern können. Die Bedeutung der Rehabilitation für den Patienten selber liegt auf der Hand: Nach der Versorgung in einem Akutkrankenhaus ist der oder die Patient/in in der Regel ja noch nicht „gesund“. Erst in der Reha-Klinik lernen sie oftmals, wieder die alltäglichen Dinge des Lebens wie z.B. Gehen oder Schlucken zu verrichten und ihre Selbstständigkeit und Lebensfreude zurückzugewinnen.
    Vorurteil 3: Reha bringt nichts
     
    Rehabilitationsmedizin ist eine absolut vollwertige medizinische Tätigkeit, die wissenschaftlich fundiert und leitlinienbasiert ausgerichtet ist. Ihre Effektivität ist gut dokumentiert. Einige der wichtigsten wissenschaftlichen Studien stellen wir Ihnen in Kapitel 1: „Reha wirkt“ vor. Auch die Kostenträger wie z.B. die Krankenkassen haben ein originäres Interesse daran, die Wirksamkeit von Rehamaßnahmen transparent zu überprüfen. So hat zum Beispiel die Techniker Krankenkasse EVA-REHA®, eine softwaregestützte Lösung zur prozess- und ergebnisorientierten Qualitätssicherung in der Rehabilitation, entwickelt. Die Ergebnisse werden für jeden Rehabilitanden gemessen und können einrichtungsbezogen ausgewertet werden. Ziel des TK Qualitätsprojektes ist es, in Zusammenarbeit mit den kooperierenden Kliniken eine qualitätsorientierte neurologische Rehabilitation weiter zu entwickeln und Ergebnisse für die Einrichtungen und den Rehabilitationsträger transparent darzustellen. „Sehr gute Rehaeffekte“ konnten so zum Beispiel im Auswertungsbericht 2010/2011 dem Dr. Becker Neurozentrum Niedersachsen bescheinigt werden.
    "Überdurchschnittliche Rehaeffekte im NZN"
    Dieses Ergebnis bescheinigte die Techniker Krankenkasse dem Dr. Becker Neurozentrum Niedersachsen (NZN) in ihrem aktuellen Auswertungsbericht des Qualitätsprojekts EVA-Reha ® 2010/2011. Verglichen wurde das NZN mit fünf weiteren Rehabilitationskliniken
    Köln / Bad Essen, Februar 2012
    Vorurteil 4: Reha kostet nur
     
    Es ist wahrscheinlich das Bild von Kurgästen, die es sich ohne wirklich nennenswerte Gebrechen auf Kosten des Steuerzahlers im Kurpark gut gehen lassen, das dafür sorgt, dass sich dieses Vorurteil so hartnäckig hält. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Die deutsche Volkswirtschaft spart Milliarden durch medizinische Rehabilitation. Das belegte im Jahr 2009 erstmals die Studie „Die medizinische Rehabilitation Erwerbstätiger – Sicherung von Produktivität und Wachstum“ der Basler Prognos AG, die anlässlich des 6. Deutschen Reha-Tages veröffentlicht wurde. Für jeden in die medizinische Rehabilitation investierten Euro gewinnt die Gesellschaft schon heute fünf Euro zurück. Der Netto-Nutzen könnte sich bis 2025 auf 23 Milliarden Euro vervierfachen. Mehr unter „Reha spart“
    Vorurteil 5: Reha ist eine Sackgasse für Mediziner
     
    Angesichts des demografischen Wandels ist Reha wohl eher die Zukunft als eine Sackgasse für (angehende) Mediziner. Junge Ärzt/innen können selbstverständlich auch im Reha-Sektor ihren Facharzt machen und durchlaufen eine qualifizierte Ausbildung. Die Dr. Becker Becker Klinikgruppe unterstützt beispielsweise zahlreiche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten und bietet diese aktiv an. Ganz abgesehen davon, dass qualifizierte medizinische Rehabilitation vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung Integrierter Versorgung und sektorübergreifender Vernetzung sowie kürzerer Verweildauern und Fallpauschalen in Akuthäusern immer wichtiger wird.
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    Rückkehr in den Beruf nach Krankheit/Unfall
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