Wunsch- und Wahlrecht

Die passende Rehaklinik selbst aussuchen: Wie es geht, erfahren Sie hier!

WUNSCH- UND WAHLRECHT
 
  • Wunsch- und Wahlrecht

    Die passende Rehaklinik selbst aussuchen: Wie es geht, erfahren Sie hier!

     

    Was ist das Wunsch- und Wahlrecht?

    Sie möchten eine Reha beantragen und sich die Einrichtung selbst aussuchen? Das ist möglich! Das Sozialgesetzbuch IX sieht in § 9 vor, dass der Rehabilitationsträger (z. B. Renten-, Kranken- oder Unfallversicherung) berechtigten Wünschen von Patienten entsprechen muss.

    § 9 Wunsch- und Wahlrecht der Leistungsberechtigten
    (1) Bei der Entscheidung über die Leistungen und bei der Ausführung der Leistungen zur Teilhabe wird berechtigten Wünschen der Leistungsberechtigten entsprochen. Dabei wird auch auf die persönliche Lebenssituation, das Alter, das Geschlecht, die Familie sowie die religiösen und weltanschaulichen Bedürfnisse der Leistungsberechtigten Rücksicht genommen (...).

    Dies bedeutet im Klartext, dass Sie das Recht haben, sich eine geeignete Rehaklinik auszusuchen. Diese gesetzliche Grundlage gilt übrigens auch für eine ambulante Reha.

    Voraussetzungen für die Wahl einer Rehaklinik

    Wählen können Sie Rehakliniken, die folgenden Kriterien erfüllen:

    • Die Klinik Ihrer Wahl sollte über einen Versorgungsvertrag mit den Sozialversicherungen (z.B. nach § 111 SGB V mit den Gesetzlichen Krankenkassen) verfügen.
    • Ihrem Wunsch dürfen keine medizinischen Gründe entgegenstehen, d.h. die gewählte Klinik muss nachweislich für die Behandlung Ihrer Erkrankung geeignet sein.
    • Die Klinik sollte darüber hinaus von einer unabhängigen Stelle nach anerkannten Qualitätsstandards überprüft und zertifiziert sein. Dies trifft zum Beispiel auf alle Kliniken zu, welche nach den strengen Kriterien der DEGEMED zertifiziert sind. Hierzu gehören auch die Dr. Becker Kliniken.

    So üben Sie Ihr Wunsch- und Wahlrecht aus!

    Rehabilitationsantrag durch Vorschlag ergänzen

    Reichen Sie mit Ihrem Rehaantrag bereits einen Vorschlag für eine Klinik ein. Falls Sie dies versäumt haben, können Sie diesen auch nachträglich noch bei Ihrem zuständigen Kostenträger einreichen (dies sind z.B. Rentenversicherung, Krankenversicherung, Unfallversicherung etc).

    Begründung des Vorschlags

    Es ist dabei ratsam, die Wahl der Klinik ausreichend zu begründen. In dem Vorschlag sollten Sie in erster Linie die medizinische Eignung der Klinik darlegen. Darüber hinaus ist es aber auch nützlich, weitere Begründungen für die Wahl einer Klinik anzugeben (z.B. Wohnortnähe, Mitnahmemöglichkeit eines Begleithundes o.ä.).

    Hier erhalten Sie Unterstützung bei der Erstellung der Begründung:

    • Bei der Beantragung kann Ihnen im Falle einer Anschlussheilbehandlung (d.h. einer Rehabilitation direkt nach einem Krankenhausaufenthalt) der Sozialdienst des Krankenhauses behilflich sein. Falls Sie bereits eine bestimmte Klinik ins Auge gefasst haben, sprechen Sie dies beim Sozialdienst, möglicherweise auch schon vor Ihrem Krankenhausaufenthalt, unbedingt aktiv an.
    • Eine Argumentationshilfe zum Wunsch- und Wahlrecht hat des Weiteren der Bundesverband Deutscher Privatkliniken e.V. BDPK herausgegeben. Diese können Sie sich hier herunterladen.
    • Ansonsten gibt es im Internet Vorlagen von verschiedenen Rehabilitations-Anbietern. Für unsere Dr. Becker Kliniken finden Sie fertige Antragsvorlagen und weitere Informationen zur Antragsstellung hier. Sollten Sie hierzu noch Fragen haben, können Sie sich gerne telefonisch direkt an die Dr. Becker Klinik Ihrer Wahl wenden.

    Können besondere Zuzahlungen gefordert werden, wenn Sie sich eine Rehaklinik aussuchen?

    Ihr Rehabilitationsträger (z. B. Renten-, Kranken- oder Unfallversicherung) ist nicht berechtigt, Ihrem Wunsch nur unter der Bedingung einer Zuzahlung nachzukommen. Dies sieht das Gesetzt so nicht vor. Es gilt das Sachleistungsprinzip, d. h., Sie haben gegenüber dem Kostenträger einen gesetzlichen Anspruch auf die Rehabilitationsleistung und nicht nur auf Kostenerstattung.

    Ausführliche Informationen zum Thema Zuzahlung finden Sie hier.

    Wie kann das Wunsch- und Wahlrecht von Angehörigen ausgeübt werden?

    Als Angehöriger können Sie stellvertretend die Rechte des Betroffenen wahrnehmen, wenn Sie über entsprechende Vollmachten verfügen.

    Was tun, wenn Ihr Wunsch abgelehnt wird?

    ➙ Bei einer generellen Ablehnung der Reha

    Wird Ihre Rehamaßnahme generell abgelehnt, muss dies durch einen Bescheid begründet werden. Sie haben die Möglichkeit, innerhalb eines Monats schriftlich zu widersprechen. Oftmals wird nach einem Widerspruch die Rehabilitation genehmigt – zögern Sie also nicht, Ihr Widerspruchsrecht auszuüben. Weitere nützliche Informationen zum Widerspruchsverfahren finden Sie hier.

    ➙ Bei einem positiven Reha-Bescheid, allerdings nicht für Ihre Wunschklinik

    In dem Bescheid des Kostenträgers finden Sie die Information, bei welcher Stelle Sie einen Antrag für eine sogenannte Heilstättenänderung einreichen können, um Ihr gesetzlich verankertes Wunsch- und Wahlrecht durchzusetzen. Es ist hilfreich, den Antrag durch eine Stellungnahme oder ein Gutachten ihres behandelnden Arztes zu ergänzen.

    Die wichtigsten Tipps zum Wunsch- und Wahlrecht auf einem Blick

    Werden Sie aktiv und nutzen Sie das Wunsch- und Wahlrecht, um eine optimale Rehabilitation nach Ihren Vorstellungen zu erhalten:

    • Informieren Sie sich!
      Informieren Sie sich möglichst frühezeitig über geeignete Reha-Einrichtungen – z.B. im Internet, bei Ihrem betreuenden Arzt oder beim Sozialdienst des Krankenhauses
    • Vorraussetzungen abgleichen!
      Achten Sie dabei darauf, dass die oben aufgeführten Voraussetzungen von der gewählten Einrichtung erfüllt werden. Fragen Sie im Zweifelsfall bei der Einrichtung nach.
    • Wunschklinik zeitgleich mit dem Reha-Antrag einreichen!
      Reichen Sie Ihren ausreichend begründeten Vorschlag für die passende Einrichtung gleich mit Ihrem Reha-Antrag ein. Falls Ihre Wahl auf eine unserer Dr. Becker Kliniken fällt, nutzen Sie unsere praktischen Vorlagen.
    • Widerspruch bei genereller Ablehnung!
      Sollte eine Reha generell abgelehnt werden, reichen Sie innerhalb der Frist von einem Monat Ihren Widerspruch ein. Weitere praktische Informationen zum Widerspruchsverfahren erhalten Sie hier.
    • Antrag auf Heilstättenänderung bei Ablehnung des Vorschlags!
      Sollte die Reha genehmigt werden, jedoch nicht für die von Ihnen vorgeschlagene Einrichtung, stellen Sie innerhalb der im Bescheid genannten Frist einen Antrag für eine Heilstättenänderung bei der ebenfalls im Bescheid genannten Stelle.

    Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Beantragung und würden uns freuen, wenn Sie sich für eine Rehabilitation in einer Dr. Becker Klinik entscheiden! Hier können Sie sich über unser Behandlungsangebot informieren.

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